/Sport-Zahnmedizin – 10. Teil unserer Fachartikelreihe im Kölner Stadt-Anzeiger

Sport-Zahnmedizin – 10. Teil unserer Fachartikelreihe im Kölner Stadt-Anzeiger

 

Mit Biss zur Höchstleistung

Der Begriff „Sport-Zahnmedizin“ ist den meisten Menschen unbekannt. Die Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport e.V. (www.DGZPRSport.de) versteht unter Sport-Zahnmedizin die notwendige Ergänzung der klassischen Sportmedizin um die zahnmedizinische Diagnostik und Therapie.

 

Grundlagen

Der gesunde Körper ist das Fundament eines Leistungssportlers. Ziel im Spitzensport ist es, die Leistungsgrenze immer maximal auszuschöpfen. Diese enorme Belastung ist eine ständige Gradwanderung zwischen Leistungsausbeute und Gesundheit. Die Anzahl der medizinischen Einfluss-Faktoren auf das Leistungsvermögen ist umfangreich. Neben dem Ehrgeiz im Training, der Ernährung und der genetische Disposition haben vor allem die psychische Verfassung und natürlich die körperlichen Basisdaten Auswirkung auf den Erfolg.

„Hierbei spielt die Mundgesundheit eine wichtige Rolle. Zahnmedizinische Faktoren zeigen große Bedeutung bei der Anfälligkeit für Verletzungen und die Regenerationsfähigkeit.“ berichtet Dr. Frank Saathoff.

Doch wo liegt der Zusammenhang?

 

Erkrankungen

Entzündungen im Mundraum (Parodontitis, Karies) verschlechtern den Allgemeinzustand und damit die Leistungsfähigkeit. Speziell für das Herz-Kreislauf-System besteht ein erhöhtes Risiko (z.B. Endokarditis). Das größte Problem dabei ist, dass die meisten Erkrankungen sehr lange unentdeckt bleiben, weil sie anfänglich keine Schmerzen verursachen. Der Athlet nimmt zwar die schlechtere Performance wahr (weniger Kraft, geringere Schnelligkeit, schlechtere Fokusierung), ahnt aber nichts von den Ursachen.

Neben den Entzündungen fällt der Unterkieferposition eine besondere Rolle bei der Leistungsfähigkeit zu. Besonders im Sport kann eine veränderte Unterkieferposition Veränderungen der gesamten Körperhaltung und damit Körperkraft zur Folge haben. Speziell bei Maximalbelastungen müssen Kopf- und Halsmuskulatur perfekt zusammenarbeiten. Störungen der Bisslage folgen unausweichlich Funktions- und Leistungsstörungen. Das Verletzungsrisiko steigt stark an.

 

Befunde

Welche typischen Befunde können Hinweise auf eine Leistungseinschränkung geben?

  • Gingivitis / Parodontitis
  • Knirschen / Pressen / CMD
  • Verlagerung der Weisheitszähne
  • Isolierte Kieferentzündung
  • Wurzelkanalbehandelte Zähne

 

Therapie

Unser Ziel ist es den Sportler ideal im Saisonverlauf zu unterstützen. Das bedeutet, dass es für ihn keine Fehlzeiten geben darf und der Athlet individuell eingestellt wird, um seine Leistung optimal abrufen zu können.

Mit unseren diagnostischen Verfahren analysieren wir Erkrankungen und Fehlfunktionen. Neben den zahnmedizinischen Einflussfaktoren werden zudem orthopädische, HNO und psychosomatische Faktoren definiert. Der Zahnarzt fungiert hierbei als zahnärztlicher Koordinator. Unser Kölner Spezialisten-Netzwerk plant dann gemeinsam mit dem Sportler und dem Trainerstab das Therapie-Konzept.

Grundsätzliches Ziel in der Sport-Zahnmedizin ist es, alle Infekte zu beseitigen und die Unterkieferposition ideal einzustellen, um die Regenerationsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft zu optimieren. So kann das Leistungsmaximum erreicht und gezielt gesteigert werden. Sinnvoll ist es daher sowohl ein Pre-Season Screening als auch In-Season und After-Season Kontrollen.

 

Fazit

„Über Sieg oder Niederlage entscheiden kleinste Punkte, nicht nur im Spitzensport!“ so die Überzeugung von Dr. Saathoff (Mitglied der DGZPR Sport).

 

Schneller, stärker, besser – Sport-Zahnmedizin bei smart teeth

2018-10-29T14:21:18+00:0027. Oktober 2018|Allgemein|