Füllungen2017-12-22T15:52:59+00:00

Zahnfüllung – eine der häufigsten Gründe für den Zahnarztbesuch

Regelmäßiger Zahnarztbesuch erhöht die Chance kariöse Stellen bereits im Frühstadium zu erkennen. Hier kann der Zahnarzt schnell mit kleinstmöglichen Füllungen helfen. Die Behandlung erfolgt dann bevor Schmerzen auftreten. Somit ist die Prognose sehr positiv. Auch größere Defekte in der Zahnsubstanz können rekonstruiert werden. Allerdings sind hier zwei-, drei- oder vierflächige Füllungen erforderlich. Die Prognose für einen Zahn mit sehr großen Füllungen ist schlechter. Die Füllungen brechen schneller und der Zahn ist schnell wieder hohen Belastungen ausgesetzt. Hier kann es notwendig werden, Zahnersatz anfertigen zu lassen, um eine dauerhafte Wiederherstellung sicherstellen zu können. Die frühzeitige Behandlung ist somit der beste Schutz für Ihre Zähne.

Neben Karies verursachen auch traumatische Ereignisse (Stürze oder Stöße) Schäden. Diese können ebenfalls mittels Füllungen korrigiert werden.

Plastische Füllungswerkstoffe

Es gibt verschiedene Füllungsstoffe. Die bekanntesten sind:

1. Amalgam

zahnfüllungAmalgam ist eine Legierung aus Silberspänen und Quecksilber. Diese Bestandteile sind für die silber-graue Farbe verantwortlich. Amalgamfüllungen sind robust und besitzen eine durchschnittliche Haltbarkeit von 8 Jahren. Allerdings steht Amalgam wegen des enthaltenen Quecksilberanteils seit vielen Jahren in der Kritik. Unbestritten ist, dass Quecksilber und seine Dämpfe gesundheitsschädlich sind. Wann und in welchen Umfang die Gesundheitsschäden entstehen können, wird kontrovers diskutiert. Klar ist, dass vor allem während der Verarbeitungsphase, also dem Einbringen der Füllung, Reaktionen mit dem Körper zu erwarten sind.

Bei Patienten mit Nierenschäden, Schwangeren, Kindern unter 18 Jahren und Menschen mit nachgewiesener Allergie gegen Amalgam kommt dieser Werkstoff nicht in Frage.

In unser Praxis wird Amalgam aufgrund des möglichen Risikos für Ihre Gesundheit und der fragwürdigen Ästhetik nicht mehr verwendet.

Möchten auch Sie Ihrer Körper von Amalgam befreien? Wir bieten Ihnen schonende Möglichkeiten der Entfernung und des Wiederaufbaus an.

2. Kunstoff (Composit)

Die optisch wesentlich vorteilhaftere Variante unter den plastischen Füllungsmaterialien sind Composites. Dieses Füllungsmaterial besteht aus einer Mischung aus Kunststoff und Keramik-Partikeln (Nanotechnologie). Der Keramik-Anteil verleiht dem Material seine Festigkeit. Es werden viele veschiedenen Farben angeboten, so dass Ihre natürlich Zahnfarbe täuschend echt nachgeahmt werden kann.

Deshalb eigenen sich Composites besonders für Rekonstruktionen im Frontzahn-Bereich.

In einer 5-Jahres Studie wurde gezeigt, dass die Festigkeit von Compositen dem des natürlichen Zahnschmelzes entspricht.

Allergien oder Nebenwirkungen sind bei Composites nicht bekannt.

3. Zement (GIZ = Glas-Ionomer-Zement)

Haben Sie einen größeren Defekt in Ihrem Mund, der schnell verschlossen werden muss, da Sie Schmerzen haben?!

Wenn die  endgültige Versorgung des Schadens nicht mit Füllungsmaterialien möglich ist, sondern nur mittels Zahnersatz (z.B. Krone), werden akute Defekte mit temporäre Füllungen versorgt. Temporäre Füllungen sind Langzeitprovisorien, die Ihren Zahn stabilisieren und wieder herstellen. Hierfür werden Glasionomere oder Steinzement genutzt. Diese Füllungsmaterialien sind allerdings spröde und instabil. Sie sollten schnellmöglich gegen die richtige Versorgung ausgetauscht werden.

Bei Kindern mit Milchzähnen werden Zemente oftmals als kurzfristige und kostengünstige Lösung genutzt, besonders wenn die Zähne in absehbarer Zeit herausfallen.

Zemente haben meist eine graue oder weisse Farbe. Eine individuelle ästheitische Gestaltung ist nicht möglich.

4. Einlage-Füllungen (Inlays)

Einlagefüllungen sind die hochwertigste Art der Defekt-Versorgung. Besser bekannt sind Einlagefüllungen unter dem Namen Inlays.

Inlays werde nicht im Mund mit der Hand gefertigt, sondern in unserem Dentallabor aufwendig für Ihre Situation „maßgenschneidert“.
Dafür wird von Ihrem Zahndefekt nach einer gründlichen Reinigung ein Abdruck (Abformung) genommen. Unsere Techniker können damit ein exaktes Modell Ihres Zahnes erstellen. Auf diesem wird dann unter dem Mikroskop ein perfekt passendes Puzzel-Teil gebaut, welches den Defekt ideal ausfüllt und alle Einzelheiten der anatomischen Strukuren rekonstruiert. Ihr individuelles Inlay ist entstanden. Im Mund wird das Inlay dann an einem zweiten Termin mit dem Zahn verklebt. Ihre Zahngesundheit ist wieder vollständig hergestellt.

Natürlich haben Sie während der Herstellungszeit Ihrer Einlagefüllung in unserem Labor eine provosorische Versorgung im Mund, so dass Sie unbekümmert und schmerzfrei essen und sprechen können.

Inlays können aus zwei Materialien bestehen:
1. Keramik
2. Gold (Edelmetall-Legierung)

Vorzüge der Inlay-Versorgung sind die sehr hohe Festigkeit und die damit verbundene sehr lange Haltbarkeit im Mund.
Damit übertreffen sie die Prognosen der klassischen Füllungsmaterialien um ein vielfaches.

Welche Füllung soll es sein?

Amalgam Glasionomerzement Composit Goldinlay Keramikinlay
Farbe und Ästhetik silbrig matt/hell zahnfarben goldfarben zahnfarben
Für welche
Zähne
geeignet?
Seitenzähne Milchzähne, provisorische Füllung für Front-
und Seitenzähne
Front- und Seitenzähne Seitenzähne Seitenzähne
Durchschnittl. Haltbarkeit 8-10 Jahre 1-2 Jahre 4-6 Jahre 10-15 Jahre 10 Jahre
Aufwand und Kosten * * ** **** ****
Leistung der Krankenkasse Gesamtkosten Gesamtkosten bei Frontzähnen
Gesamtkosten
(Einschicht-technik), bei Seitenzähnen
Kosten für Amalgamfüllung
Kosten
in Höhe vergleichbarer Amalgam-füllungen
Kosten in
Höhe vergleichbarer Amalgam-füllungen

Was übernimmt die Krankenkasse?

Zahnfüllung

In der zwischen Krankenkassen und Zahnarztverbänden beschlossenen Gebührenordnung sind die Leistungen der Krankenkassen festgelegt. Der Patient kann jederzeit eine über die Regelversorgung hinausgehende Versorgung wählen, muss sich aber dann mit einem Versichertenanteil an den Kosten beteiligen. Diese ist abhängig von der flächigen Ausdehnung der Füllung und der Tiefe der Kavität. Tiefere Füllungen bedürfen einer aufwändigeren Füllungstechnik in mehreren Schichten und höheren Zeitaufwand. Auch bei Inlays übernimmt die Krankenkasse die Kosten der möglichen, ausreichenden Regelversorgung. Bei allen, die Regelversorgung überschreitenden Leistungen schließen Patient und Zahnarzt eine schriftliche Mehrkostenvereinbarung ab. Eine Genehmigung seitens der Krankenkasse ist nicht erforderlich.

Frontzähne:    Im sichtbaren Frontzahnbereich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für zahnfarbene Compositfüllungen (Einschichttechnik). Zu den Frontzähnen zählen die Schneide- und Eckzähne des Ober- und Unterkiefers.

Seitenzähne:    Im Seitenzahnbereich werden die Kosten für eine Amalgamfüllung übernommen. Für Patienten, die aus medizinischen Gründen keine Amalgamversorgung erhalten können, zahlt die Kasse geschichtete Compositfüllungen bei Seitenzähnen. Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender Allergietest bei einem spezialisierten Hautarzt.

Mehrkostenvereinbarung:      Gesetzlich Versicherte haben die Möglichkeit, eine hochwertigere als die gesetzlich vorgesehene Versorgung zu wählen, zum Beispiel Composit statt Amalgam. In diesen Fällen schließt der Zahnarzt mit dem Versicherten eine so genannte Mehrkostenvereinbarung ab. Darin erklärt sich der Versicherte durch seine Unterschrift bereit, die Kosten für den bei der Behandlung anfallenden Mehraufwand selbst zu tragen. Der Zahnarzt rechnet mit der Krankenkasse dann die Kosten ab, die bei einer Amalgamfüllung angefallen wären und der Patient erhält vom Zahn-arzt eine Rechnung über die darüber hinausgehenden Kosten.

Ästhetische Korrektur:          Den Austausch von intakten Füllungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nicht.

Fazit

Bei der Entscheidung für eine Füllungstherapie sollte immer die langfristige Zahngesundheit und der Erhalt der natürlichen Zähne im Vordergrund stehen.

Aus ästhetischen Gründen, die sowohl im Beruf, wie im Privatleben nicht unerhebliche Konsequenzen zeitigen, lohnt es sich, hochwertigere Füllungstherapien in Betracht zu ziehen.

Darüber hinaus können durch die tägliche, gewissenhafte Zahnpflege in Verbindung mir der Professionelle Zahnreinigung und gesunder Ernährung die meisten Schäden, die Füllungen notwendig machen, vermieden werden.