Funktionstherapie (CMD)

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Funktionstherapie (CMD)2018-01-04T10:54:59+00:00

Funktionstherapie (CMD)

pics_funktionsdiagnostikErholsamer Schlaf, Ausgeglichenheit und Kraft sind die Grundlagen für einen erfolgreichen Tag. Sie sind die Kennzeichen Ihrer Gesundheit.

Doch die Anforderungen an Körper und Geist steigen von Tag zu Tag. Die Metapher „sich durchbeißen“ bekommt hierbei eine ganze neue und aktuelle Bedeutung. Viele Patienten kämpfen sich durch ihre Tage – Was an den Zähnen deutlich sichtbar ist!

Wie können Sie diesem steigenden Druck standhalten!? Stress ist nicht nur Hochdruck für Ihre Psyche, sondern auch für Ihre Zähne und Muskulatur.

Immer mehr Menschen leiden unter unerklärlichen Zahn-, Kopf- und Rückenschmerzen, Zähneknirschen (Bruxismus), Ohrpfeifen (Tinnitus), Schwindel und Übelkeit. Die Folgen sind Unausgeglichenheit, Unkonzentriertheit und Leistungsabfall. Dieses Schmerzsyndrom wird in der deutschen Literatur als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet.

Jeder 5. Erwachsene ist erkrankt – meist ohne es zu wissen. Die Ursachen sind komplex.

Die Kauebene kommuniziert sehr eng mit dem Schulter- und Beckengürtel. Ist auf einer dieser Ebenen eine Fehlstellung vorhanden (zu hohe Kronen, Fehlhaltung im Becken etc.), versucht der Körper diese durch eine Gegenreaktionen in den anderen Ebenen wieder auszugleichen (Kompensation). Die Folge ist eine Überlastung der entsprechenden Bereiche. Das ist Stress für alle Strukturen. Es entwickelt sich ein Teufelskreis:

Stress verursacht Anspannung – Anspannung verursacht Ausgleichsreaktionen – Ausgleichreaktionen verursachen Stress!

Stress ist gleich Schmerzen, Fehlfunktionen, Unausgeglichenheit und Leistungsminderung!

Wie funktioniert das Kausystem?

Alle Strukturen des Kauorgans (Kiefer, Kiefergelenke, Zunge und Zähne so wie die Muskulatur von Kopf und Nacken) sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Das fein abgestimmte Zusammenspiel der anatomischen Strukturen wird als Regelkreis bezeichnet.

So funktioniert das mühelose und schmerzfreie Kauen nur durch eine ständige Kontrolle der Rezeptoren (druck- und schmerzempfindliche Sensoren) und eine Vielzahl von exakt geplanten Bewegungen.

Die Kaumuskulatur sollte beim Zusammenbeißen möglichst viele Kontaktpunkte zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers finden und herstellen. Der Kauapparat wird dabei normal belastet und die Gelenke nicht überstrapaziert.

Verändert sich jedoch die Kontaktsituation durch den Verlust eines Zahnes oder eine fehlgeschlagene Kieferorthopädie, verändert sich die Bissebene und damit das komplexe der Gefüge des Regelkreises.

Das Schutzprogramm unseres Körpers aktiviert Ausgleichsreaktionen, um den Fehler zu kompensieren. Fehlbelastungen entstehen! Anfänglich sind diese Ausgleichsreaktionen völlig beschwerdefrei und bleiben somit meist unbemerkt.

Wenn jedoch das Belastungslimit überschritten wird, entstehen spürbare Veränderungen:

  • Muskelspannung
  • Muskelvergrößerung (Hypertrophie)
  • Muskelfehlfunktionen
  • Schmerzen

Was bedeutet CMD?

Die Abkürzung CMD steht für „Craniomandibuläre Dysfunktion“. Der Begriff setzt sich aus den lateinischen Vokabeln cranio für Schädel, mandibula für Unterkiefer und Dysfunktion für eine Fehlfunktion zusammen. Mit der CMD ist somit eine komplexe Funktionsstörung der Kiefer, der Kaumuskulatur und auch der Zähne gemeint. Jedoch diagnostizieren wir bei Patienten häufig auch Rücken- oder Nackenschmerzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass starke Abweichungen der Kieferebene und -funktion Beschwerden in anderen Körperebenen bedingen.

CMD hat somit viele verschiedene Gesichter und tritt in unterschiedlicher Intensität auf. Das Auftreten einzelner Beschwerden wie auch eine Kombination aus mehreren Krankheitssymptomen ist möglich. Störungen in Körperregionen, die auf den ersten Blick nicht mit dem Kauorgan in Verbindung gebracht werden können, haben ihre Ursache dennoch oft im Bereich des Kiefers und der Zähne.

Wie erkenne ich eine CMD?

Das häufigste Erkennungsmerkmale einer CMD ist das Zähneknirschen und/oder -pressen. Die Zahnhartsubstanz ist auf diese extreme Belastung nicht vorbereitet. Der Schmelz nutzt sich langsam ab. Zuerst verschwinden meist die Eckzahnspitzen. Dann werden die Schneidekanten der Schneidezähne immer kürzer. Mit der Zunge spürt man oft eine scharfe Kante.

Die Hyperaktivität der Kaumuskulatur verursacht nicht nur Beschädigungen an den Zähnen, sondern setzt sich in einer Kettenreaktion auch in die Muskeln der Nachbarschaft fort. Hierdurch können dann neben Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen auch Schwindelgefühle, Übelkeit und Ohrengeräusche entstehen

Bei CMD gibt es aber kein einheitliches Krankheitsbild. Schmerzen im Kiefer- und Kopfbereich oder auch anderer Körperpartien sind oft Beschwerden, die ihren Ursprung in der craniomandibulären Dysfunktion haben können. Tritt ein Krankheitssymptom auf, kann es zudem andere Körperbereiche in Mitleidenschaft ziehen. Eine interdisziplinäre Untersuchung ist zu empfehlen.

Schmerzen und Symptome im Bereich des Kopfs:

  • Zahnschmerzen
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Kiefersperre
  • Funktionsstörungen – Probleme beim Bewegen des Unterkiefers

  • Schmerzen beim Kauen, Sprechen, Schlucken
  • Chronische Kopfschmerzen oder Migräne
  • Tinnitus, Ohrenschmerzen
  • Augendruck
  • Gesichtsschmerzen
  • Schwindelgefühl und Gleichgewichtsstörungen

Mögliche Symptome im Rumpfbereich:

  • Verspannungen von Nacken und Schultern
  • Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen
  • Probleme im Bereich Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Blockierung der Halswirbelsäule oder der Kreuzdarmbeingelenke
  • Bandscheibenprobleme
  • Schmerzen beim Gehen
  • Knieschmerzen
  • Taubheitsgefühl in den Armen und Fingern

Wer erkrankt an CMD?

Untersuchungen zeigen, dass heute jeder 5. Erwachsene erkrankt ist – meist ohne es zu wissen.

CMD tritt insbesondere im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zum ersten Mal auf.

Frauen sind 8x häufiger erkrankt als Männer.

Welche Ursachen hat die craniomandibuläre Dysfunktion?

Vor einigen Jahren erachteten Mediziner CMD noch nicht als ganzheitliches Krankheitsbild. Zahlreiche unterschiedliche Krankheiten wurden diagnostiziert:

  • Myoarthropathie
  • Myofasziales Schmerzsyndrom
  • Orofaziale Funktionsstörung
  • Mandibuläres Dysfunktionssyndrom

Nachdem klar wurde, dass für eine erfolgreiche Therapie die Krankheitsbilder nicht isoliert betrachtet werden sollten, entstand der übergeordnete Begriff CMD. Mit allen Symptomen ist eine Fehlfunktion des Unterkiefers mit gegenläufigen Wechselwirkungen auf Gelenke, Muskulatur und Wirbelsäule gemeint.

Konkret bedeutet dies, dass der Kiefer Schmerzen tiefer gelegenen Körperregionen (z.B. Schulter) auslösen kann. Hierbei spricht man von einer absteigenden Belastungskette.

Das Gegenteil ist die aufsteigende Belastungskette. Hier findet sich die Ursache in den unteren Regionen des Körpers (z.B. Beinenlängen-Differenz). So können Haltungsschäden schmerzhafte Auswirkungen im Kiefer verursachen.
Fast alle Erkrankte zeigen Symptome einer starken Verspannung der Kaumuskulatur.

Die möglichen Ursachen von CMD werden in 3 Haupt-Kategorien, so genannte Faktoren unterteilt:

1. Dentale Faktoren

  • Zahnverlust
  • Nicht erfolgreiche Kieferorthopädische Behandlung
  • Weissheitszähne / Platzmangel
  • Kronen, Brücken oder Füllungen in falscher Form und Höhe
  • Bisslagen Veränderungen
  • Kieferbruch
  • Verlagerungen der Knorpelscheibe im Kiefergelenk (Diskusverlagerung)

 2. Orthopädische Faktoren

  • Sportverletzungen
  • Eingriffe im Kopf-, Nacken- oder Halsbereich
  • Traumatische Veränderung der Halswirbelsäule (Stürze / Unfälle)
  • Ischiasreizungen in der Lendenwirbelsäule (Lumbalgien)
  • Beckenschiefstand
  • Gelenksentzündungen (Polyarthritis)
  • Beinlängendifferenz
  • Körperfehlbildungen während der Entwicklungsphase
  • Schlechte Körper- und Sitzhaltung

3. Psychosomatische Faktoren

  • Stress
  • Traumata
  • Psychische Erkrankungen

Beeinflusst Stress eine CMD?

Stress kann eine CMD auf zwei Arten beeinflussen:

1. Stress-Beissen (Bruximus)

Innere Anspannung verursacht bei vielen Menschen verstärktes Beissen, vor allem in der Nacht. Patienten knirschen oder pressen so stark, dass ihre Zähne beschädigt werden (Abrasionen).

Um das Beissen zu ermöglichen, müssen die entsprechenden Muskelgruppen dauerhaft aktiviert werden. Eine Kette von Überlastungen entsteht.

2. Minderung der Regnerationskraft

Grundsätzlich mindert eine übermäßige Belastung (Stress) die natürliche Fähigkeit des Körpers sich ausreichend zu erholen. Folgen sind Begünstigung von Fehlfunktionen und Erkrankungen.

CMD-Therapie

Viele Patienten leiden über viele Jahre an wiederkehrenden Kopf- und Rückenschmerzen. Diese werden zwar lokal von einzelnen Ärzten behandelt. Doch der Therapieerfolg ist meist nur von kurzer Dauer. Oft finden sich die Patienten mit der reduzierten Lebensqualität ab und versuchen mit den Schmerzen zu leben.

Das muss nicht sein! Es gibt ein erfolgreiches Therapiekonzept. Dieses setzt allerdings eine detaillierte Analyse durch ein kompetentes Team aus den verschiedensten Fachrichtungen der Medizin voraus. Meist ist der Zahnarzt derjenige, der die ersten Hinweise auf eine CMD erkennt.

Durch eine klinische Funktionsanalyse (FAL) / Manuelle Struktur Analyse (MSA) werden die individuellen Funktionsmuster klar dokumentiert und analysiert. Die Analyse umfasst die Zähne, deren Kontakte in Statik und Dynamik, die Muskulatur und die Kiefergelenke

Dabei werden alle Strukturen auf ihre …

  • Funktionsfähigkeit
  • Bewegungsspielräume
  • Geräusche
  • Schmerzhaftigkeit

untersucht. Die Untersuchung wird ausführlicher als schriftlicher Funktionsbefund festgehalten. Er dient allen Fachrichtungen als Leitfaden.

Ziel der Funktionsanalyse ist vor allem zu klären, welche Einflussfaktoren (dentale, orthopädische und/oder psychosomatische) vorliegen. Erst danach kann entschieden werden, welche Ärzte dem Patienten helfen können.

Liegt das Ergebnis vor, kann das gut funktionierende Spezialisten-Team aktiviert werden. Neben dem Zahnarzt können Kollegen aus den Bereichen Physiotherapie, Orthopädie, Allgemeinmedizin, plastische Chirurgie und oft auch der Psychologie notwendig sein.

Therapieziele:

  • Beseitigung der verschiedenen krankhaften Einflussfaktoren
  • Muskuläre Entspannung
  • Skeletale Neuausrichtung
  • Biss-Einstellung
  • Stress Minderung

Zum Finden und Einstellen eines korrekten Bisses wird unsere spezielle Bissschiene verwendet.

Im weiteren Verlauf der Behandlung kann es dann notwendig sein, die vorhandenen Zähne mit neue Kronen, Brücken und Füllungen zu versorgen, um die Kauebene dauerhaft zu stabilisieren.

Unser Spezialisten-Netzwerk hilft Ihnen, ein klares Verständnis der medizinischen Zusammenhänge, die rechtzeitige Diagnose und ein erfolgreiches Konzept zu erlangen.

Ästhetik und Funktion

Dr. Frank Saathoff

Dr. med. dent. Frank Saathoff

Weitere Informationen zum Thema Funktionstherapie (CMD)

Die Abkürzung CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion, für eine Funktionsstörung an Schädel und des Unterkiefers. Vordergründig treten Schmerzen im Gesicht, der Kaumuskulatur oder der Kiefergelenke auf. Jedoch werden häufig bei CMD auch Rücken- oder Nackenschmerzen miteinbezogen. Viele Mediziner gehen davon aus, dass starke Abweichungen von der Kiefernorm Beschwerden an anderen Körperteilen verursachen, teilweise bis in den Beckenbereich.

CMD: komplexes Krankheitsbild mit vielen Symptomen

CMD oder craniomandibuläre Dysfunktion setzt sich aus den lateinischen Vokabeln cranio für Schädel, mandibula für Unterkiefer und Dysfunktion für eine Fehlfunktion zusammen. Mit der craniomandibulären Dysfunktion ist somit eine komplexe Funktionsstörung der Kiefer, Kaumuskulatur und auch der Zähne gemeint. CMD hat viele verschiedene Gesichter und tritt in unterschiedlicher Intensität auf. Das Auftreten einzelner Beschwerden wie auch eine Kombination aus mehreren Krankheitssymptomen ist möglich. Störungen in Körperregionen, die auf den ersten Blick nicht mit dem Kauorgan in Verbindung gebracht werden können, haben ihre Ursache oft in der craniomandibulären Dysfunktion.

Die vielfältigen Symptome bei CMD

Die Symptome bei CMD müssen Patienten nicht unbedingt als schmerzhaft empfinden und es muss auch nicht zwangsläufig zu Beschwerden kommen. Verändert sich das Gebiss im Laufe der Zeit etwa durch Zahnausfall, passen sich Kieferknochen und Kaumuskulatur den neuen Gegebenheiten an. Das fein aufeinander abgestimmte System des Kauapparats kann Veränderungen der Muskulatur oder der Gelenke ausgleichen. Es treten erst Beschwerden auf, wenn in diesem komplexen System die Anpassungsgrenzen überschritten werden. Stark ausgeprägte Krankheitssymptome bei CMD sind beispielsweise eine Kiefersperre oder Schmerzen im Gesicht. Es ist aber auch möglich, dass sich der Mund kaum noch öffnen oder schließen lässt. Darüber hinaus können sich die Beschwerden ausweiten und starke Kopfschmerzen oder Tinnitus können durchaus die Folgeerscheinungen einer craniomandibulären Dysfunktion sein. Eine detaillierte Auflistung der vielfältigen Krankheitssymptome ist im unteren Teil dieses Artikels zu finden.

Die Ursachen und Wirkungsweise der craniomandibulären Dysfunktion

Vor einigen Jahren erachteten Mediziner CMD noch nicht als ganzheitliches Krankheitsbild. Zahlreiche unterschiedliche Krankheitssymptome wurden diagnostiziert. Hierzu gehörten Myoarthropathie (die Erkrankung der Kaumuskeln oder der Kiefergelenke), das myofasziale Schmerzsyndrom, die orofaziale Funktionsstörung oder das mandibuläre Dysfunktionssyndrom. Diese und weitere Beschwerden fasst heutzutage der Begriff craniomandibuläre Dysfunktion zusammen. Mit allen Symptomen ist eine Fehlfunktion des Unterkiefers gemeint, deren Auswirkung auf Gelenke und Muskulatur sowie die umgekehrte Wirkung auf den Kiefer mit einbezieht. Schmerzen können ausgelöst durch den Kiefer in anderen Körperregionen auftreten und sind oft auf den ersten Blick nicht mit dem Kauapparat in Verbindung zu bringen. So ist etwa das Erscheinen von Schmerzen im Nacken- oder Beckenbereich möglich. Man spricht in diesem Fall von einer symptomatischen Schmerzprojektion mit einer absteigenden Belastung. Bei einer aufsteigenden Belastung treten gesundheitliche Probleme an anderen Körperstellen auf, deren Symptome auf den Kopf und Kiefer projiziert werden. Als Beispiel können hier Haltungsschäden genannt werden, deren schmerzhafte Auswirkungen sich im Kiefer widerspiegeln können. Kiefer-, Kopf- sowie die Gelenke im Beckenbereich sind durch ein komplexes Nervensystem miteinander verbunden. Tritt an einem der Körperbereiche eine Fehlbelastung auf, können andere Gelenke schmerzen. Hierbei kann das Kiefergelenk Beschwerden im Lenden-Becken-Bereich verursachen, umgekehrt kann eine Fehlstellung der Wirbelsäule ebenso zu einer craniomandibulären Dysfunktion führen. Durch ungleiche Beinlängen oder Beckenschiefstand entstehende Rückenschmerzen können ebenfalls CMD auslösen.

Laut Untersuchungen leiden bis zu 80 Prozent aller Frauen und bis zu 50 Prozent aller Männer an Beschwerden der craniomandibulären Dysfunktion. Diese treten insbesondere im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zum ersten Mal auf, wobei Frauen wesentlich häufiger betroffen sind. Fast alle Leidenden zeigen Symptome einer starken Verspannung der Kaumuskulatur. Die möglichen Ursachen von CMD können sehr vielfältig sein. Hierzu können gehören:

• Veränderung im Bissverhalten, hervorgerufen durch Zahnausfall, falsch sitzende Zahnbrücken, Kronen oder Inlays
• Verlagerungen der Knorpelscheibe in der Kiefergelenkpfanne (Diskusverlagerung)
• Medizinische Eingriffe im Kopf-, Nacken- oder Halsbereich
• Traumatische Veränderung der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenks etwa durch Stürze oder Unfälle
• Ischiasreizungen in der Lendenwirbelsäulenregion (Lumbalgien)
• Beckenschiefstand
• Gelenksentzündungen (Polyarthritis)
• Beinlängendifferenz
• Körperfehlbildungen während der Entwicklungsphase
• Schlechte Körper- und Sitzhaltung
• Stress (psychosoziale Komponenten)

CMD und der Kaumechanismus

Alle Funktionen des Kiefers, der Kiefergelenke sowie der Zunge, Zähne, Gaumen, Rachen und des Nackens sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Dieses anatomische Zusammenspiel verschiedener Organe, das auch als Regelkreis bezeichnet wird, ermöglicht die exakte Bewegung des Kiefergelenks. Der Sinn des Kauens besteht darin Nahrung zu zermahlen, damit der Körper diese in Verbindung mit Speichel gut verdauen kann. Die Zähne verfügen über druck- und schmerzempfindliche Sensoren, die untereinander sowie mit dem Kiefergelenk in Verbindung stehen und Schmerzsignale an das Gehirn weiterleiten. Die Kaumuskulatur sollte beim Zusammenbeißen möglichst viele Kontaktpunkte zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers herstellen. So werden Mahlzeiten effizient zerkleinert und der physiologische Aufwand der Kaumuskulatur ist gering. Der Kauapparat wird dabei normal belastet und die Gelenke nicht überstrapaziert. Verändert sich jedoch etwas im komplexen Kausystem, kann das gelegentlich zu gesundheitlichen Problemen führen. Bereits bei kleinen Veränderungen wie etwa einem fehlenden Zahn versuchen Kiefer, Gelenke und Muskulatur die entstandene Lücke auszugleichen und zu korrigieren, um die maximale Auflagefläche zwischen allen Zähnen zu erhalten. Eine erhöhte Muskelspannung, Muskelvergrößerung (Hypertrophie) oder einfache Muskelfehlfunktionen können aufgrund der höheren Belastung die Folge sein. Dabei können Schmerzen in der Wangen- und Schläfenmuskulatur auftreten, die sich manchmal schon durch einfachen Fingerdruck bemerkbar machen. Schmerzen entstehen auch, wenn sich die Gelenkflächen am Kiefer verschieben oder sich die im Gelenkspalt liegende Knorpelscheibe (Diskus) verlagert. Gelenkbestandteile können sich so verändern, sodass sie gestaucht (Kontusion) oder auseinandergezogen (Distraktion) werden. Bei der craniomandibulären Dysfunktion kann die Muskelüberlastung des Kauapparats dazu führen, dass diese auf ganz anderen Stellen des Kopfes oder des Gesichts übertragen wird und dort Schmerzen verursachen kann. Der umgekehrte Weg ist ebenso möglich. Alle Körperregionen sind auf irgendeinem Weg durch Nerven mit der Schädel- Kiefer- und Nackenmuskulatur verbunden und können somit Schmerzen in anderen Körperpartien verursachen.

Stress spielt ebenfalls eine Rolle bei CMD

Stress beeinflusst zusätzlich den Krankheitsverlauf bei der craniomandibulären Dysfunktion. Die innere Anspannung sorgt bei vielen Betroffenen dafür, dass die Kaumuskulatur und der Kiefer durch Aufeinanderpressen oder Knirschen mit den Zähnen stark belastet werden. Die häufige physische Überbelastung kann den Kauapparat schnell an seine Belastungsgrenze bringen. Das fein abgestimmte System gerät aus dem Gleichgewicht und es kommt zu Muskelverspannungen. Im Normalfall berühren sich die Zähne lediglich beim Kauen und Schlucken. Im Durchschnitt pro Tag 15 Minuten lang. Während der restlichen Zeit haben die Kaumuskeln Gelegenheit sich zu regenerieren. Durch ständige und stressbedingte Anspannung im Kieferbereich verkürzt sich die Erholungszeit für die Muskeln erheblich.

Mögliche Symptome bei CMD

Bei CMD gibt es kein einheitliches Krankheitsbild. Schmerzen im Kiefer- und Kopfbereich oder auch anderer Körperpartien sind oft Beschwerden, die ihren Ursprung in der craniomandibulären Dysfunktion haben können. Tritt ein Krankheitssymptom auf, kann es zudem andere Körperbereiche in Mitleidenschaft ziehen.

Schmerzen und Symptome im Bereich des Kopfs:

• Zahnschmerzen
• Zähneknirschen (Bruxismus)
• Kiefersperre
• Funktionsstörungen im Kieferbereich – Probleme beim Bewegen des Unterkiefers
• Schmerzen beim Kauen, Sprechen, Schlucken und Gähnen
• Chronische Kopfschmerzen oder Migräne
• Tinnitus, Ohrenschmerzen
• Augendruck
• Gesichtsschmerzen
• Schwindelgefühl und Gleichgewichtsstörungen

Mögliche Symptome im Rumpfbereich:

• Verspannungen von Nacken und Schultern
• Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen
• Probleme im Bereich Brust- und Lendenwirbelsäule
• Blockierung der Halswirbelsäule oder der Kreuzdarmbeingelenke
• Bandscheibenprobleme
• Schmerzen beim Gehen, manchmal bis zu den Füßen
• Knieschmerzen
• Taubheitsgefühl in den Armen und Fingern

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