Funktionstherapie (CMD)

pics_funktionsdiagnostikErholsamer Schlaf, Ausgeglichenheit und viel Energie für einen erfolgreichen Tag sind die Kennzeichen einer sehr guten Gesundheit. Doch die Anforderungen an Körper und Geist steigen von Tag zu Tag. Wie können Sie diesem Druck standhalten!? Stress ist nicht nur Hochdruck für Ihre Psyche, sondern auch für Ihre Zähne und Muskulatur.

Immer mehr Menschen leiden unter unerklärlichen Zahn-, Kopf- und Rückenschmerzen, Zähneknirschen (Bruxismus), Ohrpfeifen (Tinnitus), Schwindel und Übelkeit. Die Folgen sind Unausgeglichenheit, Unkonzentriertheit und Leistungsabfall. Dieses Schmerzsyndrom wird in der deutschen Literatur als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet.

Jeder 5. Erwachsene ist erkrankt – meist ohne es zu wissen. Die Ursachen sind komplex. Frauen sind 8x häufiger erkrankt als Männer.

Das häufigste Erkennungsmerkmale einer CMD ist das Zähneknirschen und/oder -pressen. Die Zahnhartsubstanz ist auf diese extreme Belastung nicht vorbereitet. Der Schmelz nutzt sich langsam ab. Zuerst verschwinden meist die Eckzahnspitzen. Dann werden die Schneidekanten der Schneidezähne immer kürzer. Mit der Zunge spürt man oft eine scharfe Kante.

Die Hyperaktivität der Kaumuskulatur verursacht nicht nur Beschädigungen an den Zähnen, sondern setzt sich in einer Kettenreaktion auch in die Muskeln der Nachbarschaft fort. Hierdurch können dann neben Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen auch Schwindelgefühle, Übelkeit und Ohrengeräusche entstehen. Die Kauebene kommuniziert sehr eng mit dem Schulter- und Beckengürtel. Ist auf einer dieser Ebenen eine Fehlstellung vorhanden (zu hohe Kronen, Fehlhaltung im Becken etc.), versucht der Körper diese durch eine Gegenreaktionen in den anderen Ebenen wieder auszugleichen. Die Folge ist eine Überlastung der entsprechenden Bereiche. Das ist Stress für alle Strukturen. Es entwickelt sich ein Teufelskreis: Stress verursacht Anspannung; Anspannung verursacht Ausgleichsreaktionen; Ausgleichreaktionen verursachen Stress! Stress ist gleich Schmerzen, Fehlfunktionen, Unausgeglichenheit und Leistungsminderung!

Viele Patienten leiden über viele Jahre an wiederkehrenden Kopf- und Rückenschmerzen. Diese werden zwar lokal von einzelnen Ärzten behandelt. Doch der Therapieerfolg ist meist nur von kurzer Dauer. Oft finden sich die Patienten mit der reduzierten Lebensqualität ab und versuchen mit den Schmerzen zu leben.

Das muss nicht sein! Es gibt ein erfolgreiches Therapiekonzept. Dieses setzt allerdings eine detaillierte Analyse durch ein kompetentes Team aus den verschiedensten Fachrichtungen der Medizin voraus. Meist ist der Zahnarzt derjenige, der die ersten Hinweise auf eine CMD erkennt.

Durch eine klinische Funktionsanalyse und die Aufzeichnung der Bewegungsbahnen des Kiefergelenks mittels des computergestützte Registriersystem Arcus Digma 2 (KAVO), werden die individuellen Funktionsmuster klar dokumentiert und analysiert.

Nun muss ein gut funktionierendes Spezialisten-Team aktiviert werden, um den Patienten erfolgreich behandeln zu können.

Neben dem Zahnarzt sind ein Physiotherapeut, ein Allgemeinmediziner, ein plastische Chirurg und oft auch ein Psychologe notwendig. Nur in einer engen Zusammenarbeit kann ein funktionierendes Therapiekonzept entwickelt werden.

Ziel der Behandlung ist es alle muskulären und skelettalen Ebenen wieder ideal einzustellen und damit zu entspannen. Hierfür wird eine spezielle Kauschiene angefertigt.

Im weiteren Verlauf der Behandlung kann es dann notwendig sein, die vorhandenen Zähne mit neue Kronen, Brücken und Füllungen zu versorgen, um die Kauebene dauerhaft zu stabilisieren.

Unser Spezialisten-Netzwerk hilft Ihnen, ein klares Verständnis der medizinischen Zusammenhänge, die rechtzeitige Diagnose und ein erfolgreiches Konzept zu erlangen.

Ästhetik und Funktion

Dr. Frank Saathoff

Dr. med. dent. Frank Saathoff

Weitere Informationen zum Thema Funktionstherapie (CMD)

Die Abkürzung CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion, für eine Funktionsstörung an Schädel und des Unterkiefers. Vordergründig treten Schmerzen im Gesicht, der Kaumuskulatur oder der Kiefergelenke auf. Jedoch werden häufig bei CMD auch Rücken- oder Nackenschmerzen miteinbezogen. Viele Mediziner gehen davon aus, dass starke Abweichungen von der Kiefernorm Beschwerden an anderen Körperteilen verursachen, teilweise bis in den Beckenbereich.

CMD: komplexes Krankheitsbild mit vielen Symptomen

CMD oder craniomandibuläre Dysfunktion setzt sich aus den lateinischen Vokabeln cranio für Schädel, mandibula für Unterkiefer und Dysfunktion für eine Fehlfunktion zusammen. Mit der craniomandibulären Dysfunktion ist somit eine komplexe Funktionsstörung der Kiefer, Kaumuskulatur und auch der Zähne gemeint. CMD hat viele verschiedene Gesichter und tritt in unterschiedlicher Intensität auf. Das Auftreten einzelner Beschwerden wie auch eine Kombination aus mehreren Krankheitssymptomen ist möglich. Störungen in Körperregionen, die auf den ersten Blick nicht mit dem Kauorgan in Verbindung gebracht werden können, haben ihre Ursache oft in der craniomandibulären Dysfunktion.

Die vielfältigen Symptome bei CMD

Die Symptome bei CMD müssen Patienten nicht unbedingt als schmerzhaft empfinden und es muss auch nicht zwangsläufig zu Beschwerden kommen. Verändert sich das Gebiss im Laufe der Zeit etwa durch Zahnausfall, passen sich Kieferknochen und Kaumuskulatur den neuen Gegebenheiten an. Das fein aufeinander abgestimmte System des Kauapparats kann Veränderungen der Muskulatur oder der Gelenke ausgleichen. Es treten erst Beschwerden auf, wenn in diesem komplexen System die Anpassungsgrenzen überschritten werden. Stark ausgeprägte Krankheitssymptome bei CMD sind beispielsweise eine Kiefersperre oder Schmerzen im Gesicht. Es ist aber auch möglich, dass sich der Mund kaum noch öffnen oder schließen lässt. Darüber hinaus können sich die Beschwerden ausweiten und starke Kopfschmerzen oder Tinnitus können durchaus die Folgeerscheinungen einer craniomandibulären Dysfunktion sein. Eine detaillierte Auflistung der vielfältigen Krankheitssymptome ist im unteren Teil dieses Artikels zu finden.

Die Ursachen und Wirkungsweise der craniomandibulären Dysfunktion

Vor einigen Jahren erachteten Mediziner CMD noch nicht als ganzheitliches Krankheitsbild. Zahlreiche unterschiedliche Krankheitssymptome wurden diagnostiziert. Hierzu gehörten Myoarthropathie (die Erkrankung der Kaumuskeln oder der Kiefergelenke), das myofasziale Schmerzsyndrom, die orofaziale Funktionsstörung oder das mandibuläre Dysfunktionssyndrom. Diese und weitere Beschwerden fasst heutzutage der Begriff craniomandibuläre Dysfunktion zusammen. Mit allen Symptomen ist eine Fehlfunktion des Unterkiefers gemeint, deren Auswirkung auf Gelenke und Muskulatur sowie die umgekehrte Wirkung auf den Kiefer mit einbezieht. Schmerzen können ausgelöst durch den Kiefer in anderen Körperregionen auftreten und sind oft auf den ersten Blick nicht mit dem Kauapparat in Verbindung zu bringen. So ist etwa das Erscheinen von Schmerzen im Nacken- oder Beckenbereich möglich. Man spricht in diesem Fall von einer symptomatischen Schmerzprojektion mit einer absteigenden Belastung. Bei einer aufsteigenden Belastung treten gesundheitliche Probleme an anderen Körperstellen auf, deren Symptome auf den Kopf und Kiefer projiziert werden. Als Beispiel können hier Haltungsschäden genannt werden, deren schmerzhafte Auswirkungen sich im Kiefer widerspiegeln können. Kiefer-, Kopf- sowie die Gelenke im Beckenbereich sind durch ein komplexes Nervensystem miteinander verbunden. Tritt an einem der Körperbereiche eine Fehlbelastung auf, können andere Gelenke schmerzen. Hierbei kann das Kiefergelenk Beschwerden im Lenden-Becken-Bereich verursachen, umgekehrt kann eine Fehlstellung der Wirbelsäule ebenso zu einer craniomandibulären Dysfunktion führen. Durch ungleiche Beinlängen oder Beckenschiefstand entstehende Rückenschmerzen können ebenfalls CMD auslösen.

Laut Untersuchungen leiden bis zu 80 Prozent aller Frauen und bis zu 50 Prozent aller Männer an Beschwerden der craniomandibulären Dysfunktion. Diese treten insbesondere im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zum ersten Mal auf, wobei Frauen wesentlich häufiger betroffen sind. Fast alle Leidenden zeigen Symptome einer starken Verspannung der Kaumuskulatur. Die möglichen Ursachen von CMD können sehr vielfältig sein. Hierzu können gehören:

• Veränderung im Bissverhalten, hervorgerufen durch Zahnausfall, falsch sitzende Zahnbrücken, Kronen oder Inlays
• Verlagerungen der Knorpelscheibe in der Kiefergelenkpfanne (Diskusverlagerung)
• Medizinische Eingriffe im Kopf-, Nacken- oder Halsbereich
• Traumatische Veränderung der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenks etwa durch Stürze oder Unfälle
• Ischiasreizungen in der Lendenwirbelsäulenregion (Lumbalgien)
• Beckenschiefstand
• Gelenksentzündungen (Polyarthritis)
• Beinlängendifferenz
• Körperfehlbildungen während der Entwicklungsphase
• Schlechte Körper- und Sitzhaltung
• Stress (psychosoziale Komponenten)

CMD und der Kaumechanismus

Alle Funktionen des Kiefers, der Kiefergelenke sowie der Zunge, Zähne, Gaumen, Rachen und des Nackens sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Dieses anatomische Zusammenspiel verschiedener Organe, das auch als Regelkreis bezeichnet wird, ermöglicht die exakte Bewegung des Kiefergelenks. Der Sinn des Kauens besteht darin Nahrung zu zermahlen, damit der Körper diese in Verbindung mit Speichel gut verdauen kann. Die Zähne verfügen über druck- und schmerzempfindliche Sensoren, die untereinander sowie mit dem Kiefergelenk in Verbindung stehen und Schmerzsignale an das Gehirn weiterleiten. Die Kaumuskulatur sollte beim Zusammenbeißen möglichst viele Kontaktpunkte zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers herstellen. So werden Mahlzeiten effizient zerkleinert und der physiologische Aufwand der Kaumuskulatur ist gering. Der Kauapparat wird dabei normal belastet und die Gelenke nicht überstrapaziert. Verändert sich jedoch etwas im komplexen Kausystem, kann das gelegentlich zu gesundheitlichen Problemen führen. Bereits bei kleinen Veränderungen wie etwa einem fehlenden Zahn versuchen Kiefer, Gelenke und Muskulatur die entstandene Lücke auszugleichen und zu korrigieren, um die maximale Auflagefläche zwischen allen Zähnen zu erhalten. Eine erhöhte Muskelspannung, Muskelvergrößerung (Hypertrophie) oder einfache Muskelfehlfunktionen können aufgrund der höheren Belastung die Folge sein. Dabei können Schmerzen in der Wangen- und Schläfenmuskulatur auftreten, die sich manchmal schon durch einfachen Fingerdruck bemerkbar machen. Schmerzen entstehen auch, wenn sich die Gelenkflächen am Kiefer verschieben oder sich die im Gelenkspalt liegende Knorpelscheibe (Diskus) verlagert. Gelenkbestandteile können sich so verändern, sodass sie gestaucht (Kontusion) oder auseinandergezogen (Distraktion) werden. Bei der craniomandibulären Dysfunktion kann die Muskelüberlastung des Kauapparats dazu führen, dass diese auf ganz anderen Stellen des Kopfes oder des Gesichts übertragen wird und dort Schmerzen verursachen kann. Der umgekehrte Weg ist ebenso möglich. Alle Körperregionen sind auf irgendeinem Weg durch Nerven mit der Schädel- Kiefer- und Nackenmuskulatur verbunden und können somit Schmerzen in anderen Körperpartien verursachen.

Stress spielt ebenfalls eine Rolle bei CMD

Stress beeinflusst zusätzlich den Krankheitsverlauf bei der craniomandibulären Dysfunktion. Die innere Anspannung sorgt bei vielen Betroffenen dafür, dass die Kaumuskulatur und der Kiefer durch Aufeinanderpressen oder Knirschen mit den Zähnen stark belastet werden. Die häufige physische Überbelastung kann den Kauapparat schnell an seine Belastungsgrenze bringen. Das fein abgestimmte System gerät aus dem Gleichgewicht und es kommt zu Muskelverspannungen. Im Normalfall berühren sich die Zähne lediglich beim Kauen und Schlucken. Im Durchschnitt pro Tag 15 Minuten lang. Während der restlichen Zeit haben die Kaumuskeln Gelegenheit sich zu regenerieren. Durch ständige und stressbedingte Anspannung im Kieferbereich verkürzt sich die Erholungszeit für die Muskeln erheblich.

Mögliche Symptome bei CMD

Bei CMD gibt es kein einheitliches Krankheitsbild. Schmerzen im Kiefer- und Kopfbereich oder auch anderer Körperpartien sind oft Beschwerden, die ihren Ursprung in der craniomandibulären Dysfunktion haben können. Tritt ein Krankheitssymptom auf, kann es zudem andere Körperbereiche in Mitleidenschaft ziehen.

Schmerzen und Symptome im Bereich des Kopfs:

• Zahnschmerzen
• Zähneknirschen (Bruxismus)
• Kiefersperre
• Funktionsstörungen im Kieferbereich – Probleme beim Bewegen des Unterkiefers
• Schmerzen beim Kauen, Sprechen, Schlucken und Gähnen
• Chronische Kopfschmerzen oder Migräne
• Tinnitus, Ohrenschmerzen
• Augendruck
• Gesichtsschmerzen
• Schwindelgefühl und Gleichgewichtsstörungen

Mögliche Symptome im Rumpfbereich:

• Verspannungen von Nacken und Schultern
• Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen
• Probleme im Bereich Brust- und Lendenwirbelsäule
• Blockierung der Halswirbelsäule oder der Kreuzdarmbeingelenke
• Bandscheibenprobleme
• Schmerzen beim Gehen, manchmal bis zu den Füßen
• Knieschmerzen
• Taubheitsgefühl in den Armen und Fingern

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